Durch das gemeinsame Spielen können soziale und kulturelle Grenzen überwunden werden, denn es bedarf weniger Worte und hilft gleichzeitig, sich in eine andere Kultur einzuleben, Freunde zu finden und eine neue Sprache „spielend“ zu erlernen. Das gemeinsame Spielen verbindet Kinder aus allen Kulturen, denn draußen gespielt wird überall. Der öffentliche Raum, ob nun Straße oder Spielplatz, ist für alle da, ungeachtet des sozialen Hintergrundes, der Kultur, der Religion, der individuellen Bedürfnisse oder des Alters.

Aber auch räumliche Grenzen stellen Hindernisse für ein unbeschwertes Spielen draußen dar. Kinder müssen häufig stark befahrene Straßen überwinden, um einen qualitativen Spielort aufzusuchen oder haben kaum die Möglichkeit auf der Straße zu spielen, da diese von parkenden Autos blockiert ist.

Spielen überwindet vor allem dann Grenzen, wenn es freies Spiel ist. Wenn Kinder frei spielen, schaffen sie sich ihre eigene Welt, erfinden neue Beziehungsmuster. Und diese freien Spielmöglichkeiten sind für Kinder lebenswichtig, um Strategien zur Selbstvergewisserung und Selbsterhaltung, Selbstdarstellung und Selbstverwirklichung zu erwerben. Diese Selbstgewissheit sorgt dafür, dass eine Abgrenzung nicht nötig ist. Neugier auf Neues und Anderes überwindet alle Grenzen.

Eine Auswahl an Artikeln, Präsentationen und Hinweisen zu diesem Thema haben wir weiter unten für Sie zusammengestellt.

Die Projekte von SpielLandschaftStadt e.V. und dem Amt für Soziale Dienste in Bremen zielen insbesondere auf die Verbesserung der Befriedigung der Kinderrechte auf Spiel, Bewegung, Geselligkeit, Freizeit, Ruhe und auf Beteiligung der Kinder bei sie betreffenden Angelegenheiten ab. Durch kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen sollen vorhandene Flächenpotenziale (aus-)genutzt und die Außenflächen von Flüchtlingsunterkünften (nicht nur für Kinder und Jugendliche) durch bauliche Maßnahmen aufgewertet werden. Aber auch temporäre und kurzfristige Angebote können Abwechslung bringen, wie das „bemil BewegungsErnährungsMobil“ auf der temporären Spielstraße, welches u.A. eine Bewegungsbaustelle und eine Ernährungsaktionskiste enthält. Mit der Präsentation können Sie sich ein Bild von den Projekten verschafften.

Hier geht es zur Präsentation

Laut der Vereinten Nationen sind über 30 Millionen Kinder auf der Welt aus verschiedenen Gründen auf der Flucht, die meisten von ihnen sind unter 12 Jahre alt. Auch unter den in Deutschland ankommenden Geflüchteten sind über die Hälfte Kinder. Diese haben den gleichen natürlichen Spieldrang wie alle anderen Kindern und ein Recht auf Spiel. Daher sollen mit diesem Projekt sichere und behütete Orte zum Spielen geschaffen werden, betreut von Pädagogen und Therapeuten.

Richard Garcia, der Autor dieses Artikels, zeigt die möglichen Folgen eines Spiel-armen Lebens von Kindern auf und betont in diesem Zusammenhang die hohe Bedeutung eines zufluchtartigen Spielraums für die weitere Entwicklung der Kinder.

Zum PDF-Artikel in Offene Spielräume 1/2016 

Zur Website der Refuge Playground Initiative kommt ihr hier. Das weltweite Bündnis setzt sich zusammen aus SpielexpertenInnen und sozialen AktivistInnen, die dazu beitragen wollen unsere Welt spielerischer zu gestalten.

Dieser Artikel von Ulrich Deinet bietet eine Reflexion der Ansätze und Methoden der Offenen Kinder- und Jugendarbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen. Es wurden dafür verschiedene Projekte besucht und durch die Gespräche mit PraktikerInnen, ca. 20 Interviews mit Fachkräften und einer wissenschaftlichen Recherche neue Erkenntnisse gewonnen.

Zum PDF-Artikel in Offene Spielräume 2/2016

 

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. unterstütz mit dem Flüchtlingsförderfonds sowohl Einzelfallhilfen als auch Projekte für Flüchtlingskinder in den Bereichen Spiel, Kultur, Medien, Beteiligung oder Bildung.

Zum Antrag Einzelfallhilfe für Flüchtlingskinder (Kindernothilfefonds)

Zum Antrag Integrationsprojekte mit Flüchtlingskindern (Sonderfonds)