Krank durch Zecken – Gefahr im Wald?!

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Leserbrief von Dr. Hans-Joachim Schemel zu „Krank durch Zecken – Gefahr im Wald“ (von Ines Alwardt) in der Süddeutschen Zeitung vom 22./23. Juni 2011

Zecken-Angst

Mit Aussagen wie „kleiner Stich, große Wirkung“, „Gefahr im Wald“ und dem Hinweis auf vereinzelte Todesfälle im Zusammenhang mit Zeckenstichen, die Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen können, wird – gezielt oder nicht – eine Hysterie erzeugt, die Kinder davon abhält, sich im Freien zu bewegen. Der im Bericht zitierte Arzt vermutet hinter den FSME-Impfkampagnen wirtschaftliche Interessen der Hersteller von Impfstoffen. Hirnhautentzündung (Meningitis) kann durch Viren, Bakterien und andere Mikroorganismen hervorgerufen werden, gelegentlich auch durch Medikamente. Zecken sind also nur eine von mehreren möglichen Gründe für diese Krankheit. Jeder Krankheits- und Todesfall ist schlimm, aber in den Medien sollten nicht einzelne tragische Fälle hochgespielt werden mit der Folge, dass sich nun alle Eltern ängstlich fragen, ob sie ihr Kind auf der Wiese spielen lassen dürfen. Wir wissen, dass Kinder, die sich kaum im Freien bewegen und ihre Freizeit verstärkt mit Fernsehen oder Computerspielen verbringen, besonders anfällig sind gegenüber Krankheiten. Bevor wir unsere Kinder aus Angst vor Zecken davon abhalten, im Freien und in der Natur zu spielen, sollten wir also bedenken, dass wir sie damit einem weitaus größeren Krankheitsrisiko aussetzen. Jährlich sterben übrigens in Deutschland 4 000 bis 5 000 Menschen bei Verkehrsunfällen – ich kenne niemanden, der deshalb darauf verzichtet, sich im Straßenraum aufzuhalten.

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