Themen

Qualitäten für Spielräume

„Die Aufgabe der Umgebung ist es nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich frei zu entfalten. (Maria Montessori)“


Einführung

Kinder begreifen spielend die Welt! Und sie spielen immer und überall! Jedoch werden sie dafür zunehmend auf eigens dafür vorgesehene und von Erwachsenenhand geplante und gestaltete Flächen verwiesen. Damit sind Spielplätze zu den wichtigsten Spielräumen für Kinder geworden. Sie sind wichtige Treffpunkte in den Städten, vor allem auch für kleinere Kinder und ihre Eltern. Wenn sie kreativ geplant werden, können sie auch für ältere Kinder und Jugendliche einen Spiel- und Freizeitwert haben. Aber Spielplätze sind auch ein Ersatz für verloren gegangene, natürliche Spielräume. Das selbstständige Erkunden der häuslichen Umgebung oder ein gefahrloses Spielen auf Straßen, Gehwegen und Plätzen wird in unseren Städten zunehmend schwieriger und unattraktiver. Dringend notwendig ist daher auch diese Spiel- und Bewegungsräume in den Blick zu nehmen. Ziele müssen eine übergreifende Aufwertung von Spiel-, Erlebnis-, und Aufenthaltsräumen sowie ein integriertes Handlungskonzept und Strategien zur gesamträumlichen Entwicklung von Städten und Gemeinden sein.

   

10 Jahre Spielleitplanung - Erfolge, Herausforderungen, Ausblick

Ergebnisse des 1. Interkommunalen Austausches zur kinderfreundlichen Stadtgestaltung am 25. Oktober 2010 in Berlin

Kinder- und familienfreundlichkeit bestimmt aktuell die Diskussion um die Zukunft von Städten und Gemeinden. Die Trends der demographischen Entwicklung und die Wohnstandortentscheidungen von Familien machen es zwingend erforderlich, dass sich Kommunen um die heranwachsenden Bürgerinnen und Bürger bemühen. Städte, Gemeinden und Landkreise werden daher umso zukunftstauglicher sein, je besser es ihnen gelingt, Kindern und Jugendlichen beste Start- und Entwicklungschancen zu bieten.
Dieses Handlungserfordernis stellt die Kommunen vor neue Herausforderungen. Dem aktuellen Handlungsdruck entsprechend gehen sie neue Wege, indem sie die Sichtweise und Kompetenz von Kindern und Jugendlichen in die Stadt- und Objektplanung einbeziehen. Ziel ist die übergreifende Aufwertung von Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsräumen als Bestandteil einer integrativen Stadtentwicklung.
Das Deutsche Kidnerhilfswerk unterstützte von 2008-2010 mit einem Modellprogramm diese kommunalen Bestrebungen und engagiert sich gleichzeitig mit dem Bündis "Recht auf Spiel" für die notwendige Aufwertung des Wohnumfeldes. Das Programm "Kinderfreundliche Stadtgestaltung" wurde begleitet durch den Spielraumbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes und durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Ziel war es, das zuvor in Rheinland-Pfalz entwickelte und erprobte neue Instrument der Spielleitplanung zu verbreiten und die Kommunen bei der Durchführung der Spielleitplanung zu unterstützen. Auf einer gemeinsamen Fachtagung am 25.10.2010 im Roten Rathaus in Berlin wurden die Erfolge und Herausforderungen der beteiligten Kommunen dargestellt. Diese Broschüre reflektiert die zentralen Ergebnisse dieses "1. Interkommunalen Austausches zur kinderfreundlichen Stadtgestaltung" (der 2. Austausch fand im Oktober 2011 in Regensburg statt).

Die Broschüre kann man in unserem Shop beziehen.

   

Auf der gemeinsamen Suche nach dem, was auch unsere Kindeskinder trägt

Kommentar zum Weltspieltag 2011

Die aktuellen Weltereignisse, wie die Geschehnisse in Japan, zeigen die Komplexität unserer Welt in ihrer Ganzheit und die menschliche Begrenztheit. In der Folge ist ein gesellschaftlich notwendiger und kritischer Diskurs in Bewegung gekommen, um nach-haltige Zukunftslösungen zu suchen. Bei allen Auseinandersetzungen verschiedener Interessengruppen um die Themen wie Kernenergienutzung, Versorgungssicherheit, Klimaschutz, Bezahlbarkeit kann es nur einen Ausgangspunkt für Reflexion und Zukunftsausrichtung für alle Parteien geben, nämlich den Menschen als Maß aller Dinge und insbesondere den heranwachsenden jungen Menschen, der eine unverstellte Lebensbasis braucht.

   

Tobende Kinder und klagende Anwohner

Gerichte unterscheiden nicht zwischen Spiel- und Verkehrslärm - Verbände kritisieren Nichtstun der Politik

Frankfurt/Main (AP) Spielende Kinder?
Aber bitte nicht vor meiner Haustür - nach diesem Motto wehren sich Anwohner gegen den Bau von Kindertagesstätten. In Hamburg verfügte das Oberverwaltungsgericht die Schließung einer Kita des Vereins "Sterni Park" in einem Wohngebiet, nachdem bereits in einem anderen Viertel der Hansestadt die Kita "Marienkäfer" umziehen und am neuen Standort eine Lärmschutzwand hochziehen musste. In Frankfurt am Main rüstete eine Krabbelstube die Bobbycars für die Kleinen mit Flüsterreifen nach - erboste Nachbarn hatten sich beschwert.

   

Mehr Toleranz für Kindespiel!

Wenn wir Erwachsenen an besondere Erlebnisse unserer Kindheit zurück denken, denken wir selten an die Stunden zuhause und mit Freunden: Im Wald, beim Baumhausbauen, im voll-gerümpelten Hinterhof, an Seen und Bächen. Im gemeinschaftlichen Spiel lernen Kinder sich kompetent zu bewegen, soziale Kontakte zu knüpfen, sich in größeren Gruppen zu verhalten, sich durchzusetzen und Regeln zu akzeptieren. Beim Spiel im Wohnumfeld lernen sie selbstständig zu sein, sich und ihre Umwelt zu organisieren.
   

Spielplätze

Während Kinder früher überall in der Stadt spielen konnten, findet heute das Kinderspiel zum großen Teil auf Spielplätzen, auf speziell für Kinder reservierten Flächen statt. Es ist durchaus positiv zu bewerten, dass die Anzahl der Spielplätze in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Doch Kinder brauchen mehr als einen Buddelkasten mit Rutsche und Klettergerüst.
   

Wieder ein Tag für einen Aufbruch und Neuanfang

So ist auch der diesjährige Weltspieltag am 28. Mai zu nutzen, als Start, Notwendiges endlich zu realisieren. Obwohl das Grundgesetz „jedem Menschen das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“ (Art. 2.1) im Allgemeinen und die meisten Landesver-fassungen wie NRW „für Kinder ein Recht auf Entwicklung und Entfaltung ihrer Persönlichkeit“ (6.2) im Besonderen beschreiben, sind diese Garantien nicht überall Wirklichkeit. Die Entfaltung der Persönlichkeit setzt ausreichendes Spielen Können voraus. Ebenfalls weitere „Spiel-Garantie-Quellen“ wie die UN-Kinderrechtskonvention oder andere nationale, regionale Resolutionen bzw. Verlautbarungen von Bündnissen betonen den Wert des Spiels und Spielens für jedes Kind. In der Realität zeigt sich aber nach wie vor ein deutliches Umsetzungsproblem!

   

Weltspieltag ist auch ein Erinnerungstag für Erwachsene

Der jährliche bundesweite Weltspieltag versteht sich auch als Erinnerungstag für uns Erwachsene. Er bietet Anlass, sich selbstprüfend beispielsweise zu fragen, wie aktiv setze ich mich für das kindliche Recht auf Spiel ein? Suche ich wieder nach dem spielerischen Kind in mir? Oder warum müssen Kinder spielen?
Besonders das Wissen, warum Kinder spielen müssen, hilft beim Erinnern an die eigenen Spielzeiten, bietet Anstöße, kindliches Tun bewusster wahrzunehmen und ermuntert, den eigenen seinen Standpunkt für eine notwendige Infrastruktur, die Raum und Zeit für das kindliche Spielen garantiert, couragiert zu vertreten...

   

Leitfaden „Bewegungsräume für ältere Kinder“

Bewegungsräume im Wohnumfeld - zur Förderung der Gesundheit von älteren Kindern
Ein Leitfaden für Kommunen und Bürgergruppen

Teilergebnis des Projekts „Freiräume für Bewegung zur Förderung der Gesundheit von Kindern“ im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (2006-2009)

Autor: Hans-Joachim Schemel
in Zusammenarbeit mit Carmen Müller

München 2010

Teil I
Teil II
   
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Bündnis für Recht-auf-Spiel 2011 (Copyright)

Deutsches Kinderhilfswerk e.V.