Mehr Toleranz für Kindespiel!
Hintergrundpapier zum Weltspieltag am 28. Mai 2009
Allgemeine Information
Das Deutsche Kinderhilfswerk ruft gemeinsam mit seinen Partnern im Bündnis Recht auf Spiel zu einem bundesweiten Aktionstag am „Weltspieltag“, den 28.
Mai, auf. Das Motto lautet: „Ungewöhnliche Spielorte“ . Kindertagesstätten, Schulen, Projekte der Jugendarbeit und von Jugendverbänden, aber auch von Initiativen und Einzelpersonen sind aufgerufen in ihrer Stadt oder Gemeinde eine witzige, provokante und öffentlichkeitswirksame Spielaktion durchzuführen. Das Deutsche Kinderhilfswerk wird alle Initiativen und Vereine kommunizieren (www.weltspieltag.de) und Materialien zur erfolgreichen Projektdurchführung und Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung stellen.
Spielen macht Spaß und hält fit. Leider bietet unsere Gesellschaft immer weniger Gelegenheiten und Räume hierfür. Die Toleranz gegenüber Kinderlärm nimmt immer mehr ab. Die Schauspielerin Nina Frederike Gnädig, Botschafterin des Weltspieltages, unterstreicht: „Kinder müssen sich die Welt über das Spiel erschließen. Notwendig sind hierfür Spielorte auch außerhalb von Spielplätzen, die sie selbst gestalten können.“ Weitere Botschafter des Weltspieltages sind die die Moderatorin Enie van de Meikklokjes und die Beachvolleyballer Eric Koreng und David Klemperer.
Zentrale Veranstaltung zum Weltspieltag in Berlin
Das Deutsche Kinderhilfswerk möchte rund 20 Berliner Kitas und Schulklassen einladen, sich auf dem Rollfeld des Flughafens Tempelhof einzufinden und dort auf den Asphalt Bilder mit Straßenmalkreide zu malen. Wir rechnen mit rund 500 Kindern im Alter zwischen 4 und 10 Jahren sowie weiteren rund 100 erwachsenen Gästen. Die Bilder sollen die mögliche Nachnutzung des ehemaligen Freigeländes des Flughafens jeweils auf der Fläche von rund 25qm abbilden. Darüber soll ein riesiges Kreidebild von rund 500qm entstehen. Die Ideen der Kinder werden hinterher einer Auswahl an Senatsvertretern von den Kindern vorgestellt. Das Deutsche Kinderhilfswerk wird die regionale und nationale Presse einladen. Eine Pressekonferenz mit den Prominenten Vertreter/innen wird durchgeführt.
Hintergrund
Zum 28. Mai 2008 initiierte das Deutsche Kinderhilfswerk den ersten nationalen Weltspieltag in Deutschland. Über 60 Partner sind dem Aufruf bundesweit gefolgt. In Berlin fand eine Veranstaltung auf dem Alexanderlatz mit rund 200 Besucher/innen statt. Die Partner des Deutschen Kinderhilfswerkes sind im „Bündnis für das Recht auf Spiel“ organisiert. Das Bündnis Recht auf Spiel ist ein Netzwerk aus Fachkräften und Sachverständigen unterschiedlicher Berufe, Institutionen und Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es hat sich zum Ziel gesetzt, eine Lobby für Kinder und Jugendliche zu sein ( www.rechtauf-spiel.de ) .Dabei beruft sich das Bündnis für das Recht auf Spiel auf Art 31 der UN-Kinderrechtskonvention (Kinder haben das Recht auf Ruhe und Freizeit, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben). Die von der Bundesregierung ratifizierte Konvention betont den Wert des Spiels und Spielens für jedes Kind. In der Realität zeigt sich aber nach wie vor ein deutliches Umsetzungsproblem! Für Kinder ist das selbstständige Erkunden der häuslichen Umgebung oder ein gefahrloses Spielen schwieriger geworden. Natürliche oder gestaltbare Freiflächen sind rar oder weit entfernt.
In einem dem demografischen Wandel unterzogenen Deutschland werden Kinder zunehmend zu einer Randgruppe. Dies hat weitreichende Folgen für die Kinder- und Familienfreundlichkeit unseres Landes und führt zu einem abnehmenden Verständnis für das lautstarke Spielen von Kindern. Es gilt, sich die Bedeutung des Spiels für Kinder ins Bewusstsein zu rufen. Kinder brauchen Platz und Bewegung für eine gesunde körperliche Entwicklung und um zu lernen. Über das Spiel entwickeln sie ihre motorischen Fähigkeiten und reifen zu selbstständigen Persönlichkeiten heran. Wir befinden uns schon jetzt in der paradoxen Situation, dass Bau- oder Verkehrslärm eher auf Akzeptanz trifft als lautes Spielen.
Mehr Infos unter www.weltspieltag.de



