Kinder haben ein Recht auf Spiel, damit sie gesund aufwachsen und soziale Kompetenz entwickeln können. Demgegenüber beklagen Kinder im Zuge moderner Stadtentwicklung und Bildungspolitik das Fehlen von „Freiräumen“ in ihrem Alltag und dort, wo sie lautstark ihrem Spieldrang nachgehen, geraten sie in Konflikt mit ruhebedürftigen Erwachsenen. Das erfolgreiche Klagen gegen Kindertagesstätten und Bolzplätze macht Schule, Verbotsschilder nehmen den Kindern die letzten Freiflächen. Deshalb ist eine Lobby für das Recht auf Spiel dringend notwendig!

Kinder brauchen Platz und Bewegung für eine gesunde körperliche Entwicklung und um zu lernen. Über das Spiel entwickeln sie motorische Fähigkeiten und eignen sich soziale Kompetenzen an. In einer Gesellschaft mit immer weniger Kindern und starken Bedürfnissen der älteren Generation ist ein abnehmendes Verständnis für das lautstarke Spielen zu verzeichnen. Mit dem Weltspieltag will das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam mit seinen Partnern im Bündnis Recht auf Spiel die Bedeutung des Spiels für Kinder ins Bewusstsein rufen und mehr Akzeptanz für spielende Kinder fordern.

Gemeinsam mit seinen Partnern im Bündnis für das Recht auf Spiel ruft das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. jedes Jahr dazu auf, sich mit Aktionen am 28. Mai vor Ort zu beteiligen - auch unabhängig von der Bündnispartnerschaft. Alle Initiativen erhalten Informationsmaterial und Handreichungen für die Durchführung ihrer Aktionen. Hier finden Sie das aktuelle Hintergrundpapier. Weitere Informationen erhalten Sie unter dem Aufruf des jeweiligen Jahres.

Der Weltspieltag in Deutschland ist eine Initiative des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V. sowie weiterer bundesweiter Träger und Initiativen, die im Bündnis Recht auf Spiel zusammengeschlossen sind. Er wird in 2016 zum neunten Mal national ausgerichtet. Der Weltspieltag findet weltweit jedes Jahr am 28. Mai statt!

 

zum Ablauf

  • Das Deutsche Kinderhilfswerk legt jedes Jahr im Herbst gemeinsam mit dem Bündnis Recht auf Spiel, allen voran den Mitgliedern im Bündnisbeirat, das Motto für das Folgejahr fest. Hierbei werden aktuell diskutierte und besonders drängende Themen aufgegriffen.
  • Für die Koordination der Weltspieltagsaktionen im deutschsprachigen Raum ist das Deutsche Kinderhilfswerk zuständig, es stellt hierfür Personal und ein gewisses Budget zur Verfügung. Zu seinen Aufgaben zählen neben der bundesweiten Lobby- und Pressearbeit sowie der Bereitstellung von Hintergrundpapieren und Anregungen insbesondere die Pflege einer eigenen Webseite. Hier können alle Aktiven ihre Aktion einstellen, um sie der Öffentlichkeit und Presse zu präsentieren.
  • Alle eingetragenen Aktionspartner erhalten die Gelegenheit, kostenlos vom Deutschen Kinderhilfswerk produziertes Aktionsmaterial zur Bewerbung der Weltspieltagsaktivitäten zu erhalten. Dazu zählen neben Flyern und Postern, welche sie teilweise für ihre individuelle Öffentlichkeitsarbeit ausgestalten können, die vom Bündnis Recht auf Spiel erstellten Postkarten mit den Bündnisbotschaften. Je nach Kapazitäten werden diese Materialien in jedem Jahr durch ein zum Motto passendes Giveaway ergänzt.
  • Die Aktionspartner, mit denen das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsame Veranstaltungen durchführt, werden mit individualisierten Flyern und Postern sowie Straßenbannern gesondert unterstützt.
  • Eine Aktion anmelden kann im Prinzip jeder, für die ordnungsgemäße Anmeldung und die Durchführung der Aktionen sind die Partner vor Ort selbst zuständig.
  • Die Teilnahme an den grundsätzlich kostenlos anzubietenden Spielaktionen sollte allen Kindern und Jugendlichen und je nach Angebot auch gern den begleitenden Erwachsenen ermöglicht werden. Nichts ist schöner, als wenn am Weltspieltag Jung und Alt gemeinsam spielen und ihre Heimatstadt spielerisch erobern und (neu) entdecken!

 

zur Historie

2008 rief das Deutsche Kinderhilfswerk erstmals mit seinen Partnern im Bündnis Recht auf Spiel zur Teilnahme am Weltspieltag auf, dem internationalen World Play Day. In jenem Jahr fokussierte sich der Weltspieltag auf zehn Städte im Bundesgebiet, 2009 beteiligten sich bereits rund 70 Kindertagesstätten, Schulen, Initiativen und Projekte der Jugendarbeit bundesweit an der Aktion, besonders viele Aktionen fanden in München, Berlin und Hamburg statt. 2010 riefen die ersten Kommunen und Großstadtbezirke zum Weltspieltag auf, seit 2011 beteiligt sich die Partnerregion Vorarlberg in Österreich sehr aktiv. Auch in der Schweiz wird der Weltspieltag gefeiert, seit 2014 finden etliche Aktionen im Kanton Bern statt.

Seit 2014 wird der Weltspieltag jeweils von rund 200 Partnerinnen und Partnern mit etwa 300 einzelnen Aktionen bespielt. Zudem führt das Deutsche Kinderhilfswerk im Vorfeld des Weltspieltages eine Umfrage unter Kindern und Jugendlichen durch, um passend zum Jahresmotto deren persönliche Einschätzung zur Spielsituation zu erfahren.

Weltspieltag 2008: "Mehr Toleranz für Kinderspiel!"

Weltspieltag 2009: "Ungewöhnliche Spielorte"

Weltspieltag 2010: "Achtung. laut(r) Kinder!"

Weltspieltag 2011: "Spielorte neu entdecken!"

Weltspieltag 2012: "Gemeinsam spielen"

Weltspieltag 2013: "Spielen bildet!"

Weltspieltag 2014: "DEIN Recht auf Spiel!"

Weltspieltag 2015: "Unsere Straße ist zum Spielen da!"

Weltspieltag 2016: "Spielen überwindet Grenzen!"

 

2008 rief das Deutsche Kinderhilfswerk erstmals mit seinen Partnern im Bündnis Recht auf Spiel zur Teilnahme am Weltspieltag auf, dem internationalen World Play Day.