Heute ist Weltspieltag – Digitale Spiele müssen politisch als legitimer Teil von Kinder- und Jugendkulturen anerkannt und kindgerecht gestaltet werden

Das Deutsche Kinderhilfswerk und die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW fordern zum heutigen Weltspieltag, dass digitale Spiele politisch als legitimer Teil von Kinder- und Jugendkulturen anerkannt werden und alle Kinder gleichberechtigten Zugang zu kindgerechten digitalen Spielen haben. Dafür sollte der Staat die Entwicklung solcher Spiele gezielt finanzieren und sie über kommerzielle Plattformen, öffentliche Bildungsplattformen, Schulen und Bibliotheken zugänglich machen. Kindgerechte Games beinhalten beispielsweise eine altersgerechte Gestaltung, kindgerechte Inhalte und Aufbereitung, Schutz vor manipulativen Techniken und Nutzungsrisiken sowie Transparenz über Spielemechaniken. Wichtig ist zudem insbesondere, dass das Gaming im Rahmen einer umfassenden Medienbildung entlang der gesamten Bildungskette verankert wird und dass Kinder ihre Erfahrungen aus analoger und digitaler Welt miteinander verknüpfen können, damit sie diese nicht als getrennt voneinander wahrnehmen. Die digitalen Plattformen und Spiele-Hersteller müssen außerdem sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention vor allem bei der Entwicklung und Überarbeitung von Community-Guidelines sowie für die Risikobewertung von Spielelementen unter Berücksichtigung des Kinder- und Jugendmedienschutzes beteiligt werden. Dabei geht es vorrangig um die Berücksichtigung der Perspektiven von Kindern und Jugendlichen schon während der Entwicklung von Online-Spielen sowie eine kindgerechte Ausgestaltung und sichere Nutzung.

„Digitale Medien und Gaming sind ein fester Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Umso wichtiger ist es, dass sie alters- und entwicklungsangemessen begleitet werden, Medienkompetenz zu entwickeln und sich sicher in digitalen Räumen, gerade auch beim Gaming, zu bewegen. Dafür braucht es eine umfassende Medienbildung entlang der Bildungskette – getragen von Eltern, Schule und außerschulischen Angeboten. Entscheidend ist ein ausgewogenes Zusammenspiel von digitalen und analogen Erfahrungsräumen, das die ganzheitliche Entwicklung stärkt“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Der heutige Weltspieltag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Spielen verbindet – auch digital!”. Damit will das Deutsche Kinderhilfswerk gemeinsam mit seinen Partnern im „Bündnis Recht auf Spiel“ auf die besondere Bedeutung des Gaming als wesentlichem Bestandteil der Lebenswelten junger Menschen aufmerksam machen. Die Schirmherrschaft über den Weltspieltag hat die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, übernommen. Botschafter des Weltspieltags 2026 ist der Fernsehmoderator und Autor Ralph Caspers, Partner ist die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW. Der Weltspieltag 2026 wird deutschlandweit zum 19. Mal ausgerichtet.

„Beim Spielen überwinden wir neben Grenzen auch Barrieren und finden generationenübergreifend zueinander - heutzutage auch immer mehr im digitalen Raum. Wir setzen uns dafür ein, dass sich Kinder und Jugendliche beim Gaming in einem sicheren Umfeld bewegen, ihnen kulturell hochwertige Inhalte vermittelt werden und sie einen gesunden Umgang mit dem Medium erlernen. In diesem Sinne zeichnen wir jährlich beim Deutschen Computerspielpreis das ‚beste Familienspiel‘ aus und steigern die Attraktivität des deutschen Standorts für die Entwicklung unterhaltsamer und zugleich pädagogisch wertvoller Spiele“, so die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär.

„Kinder und Jugendliche wechseln zwischen analoger und digitaler Welt hin und her – das ist das Normalste überhaupt. Und Überraschung: Computerspiele gehören ganz selbstverständlich mit dazu. Junge Menschen können sich da mit Gleichgesinnten austauschen, verschiedene Rollen ausprobieren und sich allein oder gemeinsam neuen Herausforderungen stellen. Und damit das nicht aus dem Ruder läuft, sind Erwachsene wichtig, die sich wirklich für diesen Teil der Welt interessieren, die Ahnung haben und die mit Rat und Tat zur Seite stehen können. Denn das Recht auf Spiel gilt auch vorm Bildschirm“, sagt Ralph Caspers, Botschafter des Weltspieltags 2026.

„Kinderzeit ist Spielzeit – und Games gehören heute einfach dazu! Damit Heranwachsende ihr Recht auf Spiel und digitale Teilhabe wahrnehmen können, sind wir Erwachsenen am Zug: Statt Spielverboten müssen Anbieter in die Pflicht genommen werden, Games altersgerecht zu gestalten. Gleichzeitig brauchen wir moderne Medienkompetenzförderung für die ganze Familie, damit Kinder gestärkt werden, digitale Spielewelten sicher und selbstbestimmt zu erobern“, betont Markus Sindermann, Geschäftsführung der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW.

Laut einer gestern veröffentlichten repräsentativen Forsa-Umfrage für Deutsche Kinderhilfswerk haben nur gut die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Deutschland den Eindruck, dass sich ihre Eltern oder andere Erwachsene in angemessenem Maße für die digitalen Spiele interessieren, die sie spielen. Zugleich sind knapp zwei Drittel der Meinung, dass ihre Eltern oder andere Erwachsene gut über die von ihnen gespielten Spiele Bescheid wissen. Fast ebenso viele sagen, dass ihre Eltern oder andere Erwachsene verstehen, warum ihnen diese Spiele Spaß machen. Weniger als die Hälfte geben jedoch an, dass sie häufig mit ihren Eltern oder anderen Erwachsenen über die digitalen Spiele sprechen, die sie selbst spielen, und ein Drittel hat den Eindruck, dass Eltern oder andere Erwachsene Vorurteile gegenüber diesen Spielen haben. Besonders gut gefällt den Kindern und Jugendlichen am digitalen Spielen, dass sie eigene Ideen umsetzen und zum Beispiel Welten, Häuser oder Figuren bauen können, und die Möglichkeit, beim digitalen Spielen in andere Welten einzutauchen und Neues zu entdecken.

Zum heutigen Weltspieltag sind Kommunen, Initiativen und Bildungseinrichtungen, Schulen und Kindergärten, öffentliche Einrichtungen, Vereine und Nachbarschaftsinitiativen aufgerufen, in ihrer Stadt oder Gemeinde eine beispielgebende oder öffentlichkeitswirksame Aktion durchzuführen – egal ob Spiel-, Beteiligungs- oder Protestaktion. Denn der Aktionstag dient ebenso der Lobbyarbeit für das Recht auf Spiel, Freizeit, kulturelle Teilhabe und Erholung gemäß UN-Kinderrechtskonvention. Die Partner sind vor Ort für die Durchführung ihrer Aktion selbst verantwortlich. Weitere Informationen unter www.weltspieltag.de. Die ausführlichen Forderungen des Deutschen Kinderhilfswerkes und der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW zum Weltspieltag 2026 unter https://www.dkhw.de/forderungen-weltspieltag-2026.

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Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit mehr als 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, bei ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen und der Überwindung von Kinderarmut. Ziel ist insgesamt die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

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