„Spielen verbindet – auch digital!” ist das Motto des Deutschen Kinderhilfswerkes für den Weltspieltag am 11. Juni 2026Damit will die Kinderrechtsorganisation gemeinsam mit seinen Partnern im „Bündnis Recht auf Spiel“ auf die besondere Bedeutung des Gaming als wesentlichem Bestandteil der Lebenswelten junger Menschen aufmerksam machen. Spielen ist ein Grundbedürfnis von Kindern und Jugendlichen und nach der UN-Kinderrechtskonvention ein ausgewiesenes Kinderrecht – auch in der digitalen Welt. Games sind fester Bestandteil einer Kinder- und Jugendkultur, die von Eltern sowie Fachkräften des Kinder- und Jugendmedienschutzes kritisch begleitet werden muss. Denn auch in digitalen Räumen gibt es Risiken, vor denen junge Menschen geschützt und über die sie aufgeklärt werden müssen. Gleichzeitig bieten Games vielfältige Potenziale, die gemeinsam erkundet werden können. Deshalb widmet sich der Weltspieltag (International Day of Play) diesem Thema und betrachtet Chancen und Möglichkeiten in digitalen Spielräumen.

Kommunen, Initiativen und Bildungseinrichtungen, Schulen und Kindergärten, öffentliche Einrichtungen, Vereine und Nachbarschaftsinitiativen sind aufgerufen, in ihrer Stadt oder Gemeinde mit einer Aktion am Weltspieltag 2026 teilzunehmen. Der Weltspieltag 2026 wird deutschlandweit zum 19. Mal ausgerichtet. Seit 2024 findet er am 11. Juni statt, nachdem die Vereinten Nationen den Weltspieltag (International Day of Play) in die offizielle Liste der UN-Gedenktage aufgenommen haben. Dies unterstreicht die Bedeutung des freien Spiels für Kinder sowie die politische Notwendigkeit, daran regelmäßig zu erinnern.

Kinder und Jugendliche haben unterschiedliche Motivationen für das Spielen in der digitalen Welt. Sie erholen sich nach einem langen Schulalltag, probieren verschiedene Rollen und Perspektiven aus, sie suchen Verbindung zu anderen jungen Spielenden oder nutzen das Spiel zur Ablenkung und weil es einfach Spaß macht. Digitale Spiele können auf diesem Weg ganz nebenbei zur Identitätsentwicklung beitragen und unterschiedliche Kompetenzen fördern. Mit den richtigen Rahmenbedingungen und verantwortungsbewusster Begleitung können Problemlösungsstrategien sowie logisches Denken, aber auch Teamfähigkeit und Kommunikation geschult werden. Spätestens während der Corona-Pandemie wurde deutlich, wie wichtig digitale Räume für sozialen Austausch, die Erfahrung von Gemeinschaft und Teilhabe geworden sind“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Und auch für Menschen mit Behinderungen bieten digitale Welten einen wertvollen Zugang zu chancengerechter Teilhabe. So können beispielsweise Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung zusammengebracht werden, indem sie gemeinsam digitale Spiele erkunden, dabei mögliche Barrieren innerhalb der Games identifizieren und in der Gruppe nach praktischen Lösungen für diese suchen. Auf diese Weise werden Vorurteile abgebaut und die inklusive Jugendarbeit gestärkt. Inhalte aus digitalen Welten sollten zudem unbedingt durch Kinderangebote vor Ort in realen Räumen gemeinsam aufgegriffen werden. So können auch junge Menschen erreicht werden, die für rein analoge Angebote weniger zu begeistern sind. Dies ermöglicht es, mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, ihre Interessen ernst zu nehmen, gemeinsam zu reflektieren und vor allem zu lernen, was Kinder und Jugendliche wirklich bewegt und begeistert“, so Hofmann weiter.

„Beim Spielen überwinden wir neben Grenzen auch Barrieren und finden generationenübergreifend zueinander - heutzutage auch immer mehr im digitalen Raum. Wir setzen uns dafür ein, dass sich Kinder und Jugendliche beim Gaming in einem sicheren Umfeld bewegen, ihnen kulturell hochwertige Inhalte vermittelt werden und sie einen gesunden Umgang mit dem Medium erlernen. In diesem Sinne zeichnen wir jährlich beim Deutschen Computerspielpreis das ‚beste Familienspiel‘ aus und steigern die Attraktivität des deutschen Standorts für die Entwicklung unterhaltsamer und zugleich pädagogisch wertvoller Spiele“, so die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär.

Kinder und Jugendliche wachsen zunehmend in einer digitalisierten Welt auf. Dementsprechend sind auch digitale Spiele selbstverständlicher Teil ihrer Lebenswelten. Wenn wir Kinder stärken wollen, müssen wir sie und ihre Perspektiven hier ernst nehmen und zudem die Potenziale erkennen, die in digitalen Räumen liegen: Kreativität, Problemlösungskompetenz und Teamgeist – Games können diese Fähigkeiten, die wir in unserer komplexen Gesellschaft dringend brauchen, fördern. Umso wichtiger ist es, digitale Räume für Kinder und Jugendliche sicher und verantwortungsvoll zu gestalten, sodass sie sich hier geschützt und selbstständig bewegen können.”, so Ralph Caspers, Botschafter des Weltspieltags 2026. 

 „Kinderzeit ist Spielzeit – und Games gehören heute einfach dazu! Damit Heranwachsende ihr Recht auf Spiel und digitale Teilhabe wahrnehmen können, sind wir Erwachsenen am Zug: Statt Spielverboten müssen Anbieter in die Pflicht genommen werden, Games altersgerecht zu gestalten. Gleichzeitig brauchen wir moderne Medienkompetenzförderung für die ganze Familie, damit Kinder gestärkt werden, digitale Spielewelten sicher und selbstbestimmt zu erobern“, betont Markus Sindermann, Geschäftsführung der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW.

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