Die KIM- und JIM-Studien werden durch den medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) herausgegeben. Sie stellen zwei der wichtigsten Medienstudien im deutschsprachigen Raum dar und liefern eine Längsschnittperspektive auf das Medienverhalten von jungen Menschen in Deutschland. Die JIM-Studie befragt dafür jährlich Jugendliche im Alter von 12-19 Jahren, während die KIM-Studie alle zwei Jahre Kinder im Alter von 6-13 Jahren und ihre Eltern befragt. Die aktuellen Ausgaben der KIM-Studie (2024) und der JIM-Studie (2025) zeigen, dass Gaming zum Alltag der meisten Kinder und Jugendlichen dazu gehört.
JIM-Studie 2025
Die JIM-Studie zeigt, dass mit 94 % nahezu alle Jugendliche zumindest gelegentlich digitale Spiele spielen. 70 % der 12–19-Jährigen spielen mindestens mehrmals pro Woche, 42 % sogar täglich. Damit stellt das Gamen eine der meistgenutzten Medienbeschäftigungen dar neben der Internetnutzung und dem Musikhören. Die Anzahl der Spielenden nimmt zudem mit dem Alter ab, so spielen 78 % der 12–13-Jährigen täglich oder mehrmals pro Woche, während es bei den 18-19-Jährigen 67 % sind.
Zudem wird ein Unterschied zwischen den binären Geschlechtern klar deutlich. 83 % der Jungen spielen täglich oder mehrmals die Woche, bei den Mädchen sind es 58 %. Bei der täglichen Spielzeit werden die Unterschiede noch deutlicher: Jungen spielen täglich etwa doppelt so lange wie Mädchen. Dieser Unterschied spiegelt sich auch im Medienbesitz wider. 59 % der Jungen besitzen eine eigene stationäre Spielkonsole, bei Mädchen sind es nur 31 %. Gaming findet bei Mädchen stärker auf mobilen Geräten statt, so besitzen sie auch häufiger ein Tablet als Jungen.
Andere Studien belegen, dass eine der Motivationen zum Spielen bei vielen jungen Menschen das gemeinsame Spiel im Team ist. Hier schließt die JIM-Studie an. Bei den drei beliebtesten Games handelt es sich um Spiele mit einer offenen Spielkultur: Es gibt kein festgelegtes Ende und keinen erzwungenen Einspieler-Modus, sie ermöglichen das gemeinsame Bauen, Erschaffen und Erkunden.
KIM-Studie 2024
Die KIM-Studie belegt, dass Gaming bereits im Kindheitsalter beginnt. Etwa zwei Drittel der Kinder im Alter von 6-13 Jahren gamen mindestens einmal pro Woche. Die Anzahl der spielenden Kinder nimmt mit dem Alter zu: 11 % der 6–7-Jährigen spielen täglich, bei den 12-13-Jährigen sind es schon 45 %.
Es wird ein Zuwachs beim mobilen Gaming deutlich. 77 % der Kinder spielen auf dem Smartphone, beim Tablet sind es 64 %. Smartphones und Tablets stellen die Geräte dar, die Kinder häufig eigenständig nutzen. Die Studie zeigt, dass digitale Spiele auf dem Smartphone überwiegend alleine gespielt werden. Das unterschiedet sie vom Gaming an Konsolen oder am PC, das häufig in geteilten Räumen oder gemeinsam stattfindet.
Die Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern in Bezug auf Gaming werden auch bei den Kindern deutlich. Bei Jungen dominieren die Konsole mit 87 % und der PC (76 %), während Mädchen stärker über das Smartphone (85 %) und das Tablet (59 %) spielen. Beim persönlichen Gerätebesitz zeigt sich, dass 28 % der Jungen eine eigene Spielekonsole besitzen, wobei es bei Mädchen nur 17 % sind.
In Bezug auf die USK-Kennzeichnung stellt die Studie fest, dass 50 % der Kinder bereits ein Spiel gespielt haben, das für ihre Altersgruppe nicht freigegeben war. Auch hier zeigt sich die Bedeutung der Begleitung durch Eltern und andere Erwachsene.
Zu den Studien:


