Digitale Spiele gehören für viele Kinder und Jugendliche ganz selbstverständlich zum Alltag.  Was macht ihnen daran Spaß und wie gehen junge Menschen mit Regeln, Freund*innenschaften und möglichen Risiken um?
Armin ist 12 Jahre alt und spielt gerne digital: Ob auf dem Handy, der Konsole, gemeinsam mit seinem Vater auf der Couch oder mit Freund*innen. Im Interview erzählt er, warum Gaming für ihn mehr als nur ein Zeitvertreib ist, wie er damit umgeht, nicht zu viel zu spielen und was Erwachsene seiner Meinung nach über das digitale Spielen von Kindern wissen sollten.

Was spielst du gerade am liebsten?

Am Handy spiele ich derzeit sehr gerne Brawl Stars und auf der Konsole Minecraft. Einen PC habe ich nicht. Fortnite mochte ich auch eine Zeit, aber das Geschieße ist mir zu viel geworden.

Wie oft spielst du ungefähr?

Am Tag spiele ich anderthalb Stunden, weil ich ein Zeitlimit auf meinem Handy habe. Das haben meine Eltern so vereinbart.

Würdest du Gaming eher als Hobby oder als Zeitvertreib bezeichnen?

Ich würde schon sagen, dass es ein Hobby ist. Ich mache zwar auch viele andere Sachen, aber ich spiele schon sehr gerne – es ist mir wichtig.

Was macht dir beim Spielen am meisten Spaß?

Ich spiele nie alleine. Wenn meine Freunde nicht spielen können, dann spiele ich nicht. Mir macht es Spaß, mit ihnen zu spielen und wir spielen immer miteinander im Team gegen andere.  

Spielt Gaming in deinen Freund*innenschaften eine große Rolle?

Nicht viel, aber ab und zu reden wir darüber: Über Brawl Stars und andere Spiele reden wir. In Brawl Stars kann man Pokale sammeln. Manchmal reden wir darüber, wie viele Pokale man gerade hat. Über Fortnite reden die anderen auch, aber da rede ich nicht mit.

Gibt es auch Freund*innen, die du nur über das Gaming kennst?

Ja. Ich habe Freunde, von denen ich die Nummer nicht habe und die ich über das Spielen kenne. Das würde ich aber nur in Brawl Stars machen, nicht in anderen Spielen. Bei Brawl Stars gibt es Kurzchats, in denen kann man aussuchen, welche Antwort man geben will. Das sind aber keine richtigen Freunde, wenn ich die nur übers Spiel kenne.

Gibt es auch etwas, das du blöd findest beim digitalen Spielen?

Eigentlich ist mir bisher noch nichts Blödes passiert. Bisher stört mich auch nichts. In Brawl Stars kann man Pins machen. Wenn Menschen komische Sachen machen, dann kann man einen Pin machen, der den Daumen runter zeigt, und das damit markieren. Bisher habe ich das nur bei Freunden aus Spaß gemacht. Wenn etwas Blödes passiert, lösche ich den Menschen meist als Freund, dann habe ich ihn nicht mehr in der Freundesliste.

Glaubst du, du lernst durch das Spielen auch etwas?

Ja. Ich spiele ein Spiel, in dem man einstellen kann, auf welcher Sprache man spielt. Ich habe es auf Englisch umgestellt, dadurch habe ich ein paar Wörter aus dem Englischen dazu gelernt. Seitdem ich game, sind meine Reaktionen auch schneller. 

Interessieren sich deine Eltern für die Spiele, die du gerne spielst?

Mein Vater spielt mit mir das Spiel, was ich spiele. Also Brawl Stars spielen wir ab und zu zusammen. Da sitzen wir meistens nebeneinander auf der Couch. Mit meinem Vater rede ich da meistens rüber. Das mag ich. Meine Mutter hat damit nichts zu tun.

Du hast ja ein Zeitlimit fürs Gamen. Gibt es noch andere Regeln?

Ich darf keine Spiele ab 16 und ab 18 Jahren spielen.  Dieses Zeitlimit, das kann ich selber überspringen. Ich kann da einstellen, dass ich heute kein Zeitlimit habe, aber das mache ich nicht, weil ich nicht zu viel zocken möchte. Dann hätte ich weniger Zeit für Hausaufgaben oder zum Lernen zum Beispiel.

Hast du generell das Gefühl, dass sich Erwachsene dafür interessieren, warum junge Menschen gerne digital spielen?

Meine Eltern interessieren sich beide dafür. Mit meiner Mutter spiele ich auf der Switch ein Spiel, das “It Takes Two” heißt. Das kann man nur zu zweit spielen. Da muss man Rätsel lösen. Die meisten Dinge kann man da auch nur zu zweit spielen.
Die Eltern von einem Freund interessieren sich da nicht so für. Ich kenne aber auch einen Freund, da hat der Vater selber einen PC und spielt darauf ein Spiel, World of Warcraft. Erwachsene spielen also auch selbst.

Was würdest du Erwachsenen gerne über Gaming sagen?

Kinder sollten spielen dürfen. Wenn Kinder spielen wollen, dann sollte man ihnen ein Zeitlimit einbauen, damit sie nicht zu viel spielen. Spielen kann süchtig machen und das ist nicht cool. 

Wir verwenden Cookies

Wir verwenden auf unserer Website Cookies und externe Dienste. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzungserfahrung zu verbessern.

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen. Informationen zu den verwendeten Diensten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.