Digitale Spiele sind ein fester Bestandteil der Jugendkultur und spielen als beliebte Freizeitaktivität eine wichtige Rolle für die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen.
Inklusion bedeutet, dass die Rahmenbedingungen so gestaltet sind, dass alle Menschen unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen gleichberechtigt an gesellschaftlichen Prozessen teilhaben und diese mitgestalten können. Dies gilt auch im digitalen Raum.
Das Recht auf adäquaten Zugang zu Medien ist im Artikel 17 der UN-Kinderrechtskonvention verankert, während Artikel 31 das Recht auf Freizeit, Spiel, Erholung und Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben beschreibt. Mit Artikel 23 der UN-Kinderrechtskonvention sowie Artikel 30 der UN-Behindertenrechtskonvention wird das Recht von Kindern mit Behinderungen auf eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft sowie an Freizeit, Spiel und Kultur deutlich.
So haben Kinder mit und ohne Behinderungen nicht nur ein Recht auf Spiel und digitale Teilhabe – der Zugang zu digitalen Medien spiel laut UN-Behindertenrechtskonvention auch eine zentrale Rolle für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.
Digitale Spiele eröffnen vielfältige Erfahrungs- und Handlungsräume, die es Kindern und Jugendlichen ermöglichen in Spielewelten einzutauchen, neue Rollen und Identitäten auszuprobieren, soziale Kontakte zu knüpfen und Erlebnisse zu machen, die ihnen im Alltag vielleicht verwehrt bleiben – wie Autofahren, Sport, Abenteuer erleben und Legobauen.
Gleichzeitig fördern sie Kompetenzen, wie motorische Geschicklichkeit, Problemlösefähigkeit, strategisches Denken oder Teamfähigkeit. Digitale Spiele ermöglichen Kontakte über geographische und soziale Grenzen hinaus uns können somit auch dazu beitragen Vorurteile abzubauen. Dafür ist auch die Repräsentation von Vielfalt in Spielen ist entscheidend. Sind Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Identitäten in Spielen sichtbar, so stärkt dies das Zugehörigkeitsgefühl und trägt zur Normalisierung von Diversität bei.
Der Zugang zu digitalen Spielen wird jedoch häufig durch Barrieren erschwert. Typische technische Barrieren sind beispielsweise schwer lesbare Texte, motorisch anspruchsvolle Steuerungen, fehlende Untertitel, eine visuell überladene Gestaltung oder soziale Barrieren.
Inklusives Gaming erfordert daher Lösungen auf mehreren Ebenen. Auf der technischen Ebene können anpassbare Steuerungen, assistive Technologien und Optionen wie Untertitel oder Kontrastanpassungen genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit für inklusives Gaming ist der Zwei-Controller-Modus bei Konsolen, bei dem zwei Spielende gemeinsam einen Charakter steuern und sich gegenseitig unterstützen können.
Initiativen und Methoden für inklusives digitales Spiel
Das Netzwerk Inklusion mit Medien unterstützt darin, Medienprojekte für alle durchzuführen und bietet eine praxisnahe Orientierungshilfe für die Inklusive Jugendmedienarbeit mit dem Methodenheft “Dabei sein und mitreden! Gaming für alle!”
Zudem stellt es Assistive Technologien und Digitale Werkzeuge vor, die dabei unterstützen können, Barrieren abzubauen und digitales Spiel inklusiver zu gestalten.
Die Initiative Gaming ohne Grenzen erprobt mit inklusiven Spieletest-Gruppen, welche digitalen Spiele besonders barrierearm sind und mit welchen Technologien sich Hürden am besten überwinden lassen.
Die Bewertung der Spiele kann hier eingesehen werden.
