Medienkompetenz beschreibt die Fähigkeit, Medien bewusst, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen. Sie umfasst nicht nur technisches Wissen, sondern auch die Fähigkeit Inhalte zu verstehen, zu bewerten und das eigene Nutzungsverhalten zu reflektieren. Dabei sind mit „Medien“ nicht ausschließlich digitale Medien gemeint, sondern ebenso traditionellere Medien, wie Zeitungen, Bücher oder das Radio.
In Bezug auf digitale Spiele ist es für Kinder und Jugendliche in erster Linie wichtig, dass sie, je nach Alter, kindgerechte Spiele nutzen. Darüber hinaus sollten sie jedoch auch lernen, Risiken zu erkennen und wissen, was sie in schwierigen oder unangenehmen Situationen tun können, um sich zu schützen und wie sie manipulative Techniken identifizieren.
Für Eltern ist es von Bedeutung, dass sie ihre Kinder beim Erkunden digitaler Welten und bei der Nutzung von Games unterstützend begleiten, Interesse zeigen und im Gespräch bleiben. Wenn Kinder sich ernst genommen fühlen in ihrem Spielinteresse und keine pauschalen Vorurteile erleben, können sie sich vertrauensvoll an ihre Eltern wenden, wenn sie Fragen haben.
Medienkompetenz zu entwickeln ist von Anfang an eine gemeinsame Aufgabe. Je jünger das Kind ist, desto mehr haben Eltern eine Vorbildfunktion inne. Studien zeigen, dass die Haltung der Eltern maßgeblich beeinflusst, wie Heranwachsende digitale Spiele nutzen. Mit zunehmendem Alter können und sollten Kinder und Jugendliche eigene Erfahrungen machen dürfen.
Eltern sollte eine offene Grundhaltung gegenüber digitalen Spielen zeigen. Wer die Faszination des Kindes für ein Spiel versteht, echtes Interesse zeigt und das Kind als Expert*in anerkennt, kann auf Augenhöhe mit ihm darüber sprechen. Indem Eltern sich das Spiel zeigen und erklären lassen, wird das Kind ernst genommen und die Eltern gewinnen zeitgleich einen Einblick in die Spielwelt des Kindes. Das Gespräch ist hierbei das wichtigste und wirkungsvollste Mittel. Gleichzeitig brauchen sie für einen bewussten und kritischen Umgang die Begleitung und Unterstützung der Eltern.
Es ist wichtig, dass sich Eltern aktiv informieren, zum Beispiel über Inhalte, Altersfreigaben, technische Eigenheiten und Fragen des Datenschutzes. Alterskennzeichen wie die USK-Freigaben können eine Orientierung ermöglichen, ersetzen aber nicht das Gespräch über Inhalte.
Auf dieser Grundlage können Eltern gemeinsam mit den Kindern klare und nachvollziehbare Regeln vereinbaren, denn Medienkompetenz bedeutet Chancen und Risiken gleichermaßen wahrzunehmen und abzuwägen. Regeln, die mit dem Kind abgesprochen werden, finden mehr Akzeptanz, als einseitig auferlegte. Sie bieten Orientierung, fördern die Selbstreflexion und Eigenverantwortung.
Informationsangebote wie Elternguide.online können Familien dabei helfen, sich im Bereich der digitalen Spiele zu orientieren. Dort finden Eltern Hintergrundwissen zu Spielen, Datenschutzfragen und Altersfreigaben. Auch die Bundeszentrale für politische Bildung stellt mit Formaten wie dem Eltern-LAN oder dem Elternratgeber Games Ressourcen zum Umgang mit digitalen Spielen im Familienalltag bereit. Solche Angebote können Unsicherheiten abbauen und Eltern in ihrer begleitenden Rolle unterstützen.
Weiterführende Quellen:
Medien im Familienalltag | kindersache
JFF_GAMEFA_Gesamtbericht_final.pdf
Hier können sich Eltern schlau machen:
Games? Na sicher! Elternratgeber Digitale Spiele
