Kinderstadtteilpläne sind lokalräumliche Karten bzw. Stadtteilpläne, die aus der Perspektive von Kindern erstellt werden und für sie relevante Angebote und Orte im Quartier sichtbar machen. Diese Orte sind für Erwachsene teilweise nicht sofort zu erkennen. Dazu können beispielsweise Unterführungen mit einem spannenden Echo, interessante Hinterhöfe, aber auch Spielflächen, Museen, Schulen, Kindergärten, die beste Eisdiele, Schwimmbäder und Parks gehören. 

Dabei geht es nicht nur um eine Karte im klassischen Sinn, sondern um ein partizipatives Verfahren, in dem Kinder als Expert*innen ihres unmittelbaren Lebensumfelds ernst genommen werden. Somit setzen Kinderstadtteilpläne auch ein Zeichen für die in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Rechte auf Beteiligung sowie auf Spiel, Kultur und Erholung. 

Ziele und pädagogische Bedeutung 

Das zentrale Ziel eines Kinderstadtteilplans ist es Kinder zu beteiligen und ihre Perspektive auf die Stadt oder ihren Stadtteil darzustellen. Sie zeigen selbst auf, welche Orte für sie wichtig sind, wo sie sich wohlfühlen und welche Bereiche sie meiden. Dadurch entsteht eine Art sozialräumliche Kinderkarte, die nicht nur Orientierung bietet, sondern auch die Wahrnehmung des öffentlichen Raums durch Kinder abbildet. Für Fachkräfte ist dies ein wertvoller Zugang zur Lebenswelt der Kinder, der jenseits statistischer oder verwaltungsbezogener Daten liegt. Der Plan kann somit einen wertvollen Beitrag für eine kindgerechte Stadtentwicklung leisten.  

Kinder lernen dabei, ihren Stadtteil bewusster wahrzunehmen, sich räumlich zu orientieren und Zusammenhänge zwischen sozialem, kulturellem und baulichem Raum zu erkennen. Dieser Prozess fördert Selbstwirksamkeit und trägt zur Stärkung des Rechts auf Beteiligung bei. Gleichzeitig gewinnen Fachkräfte wertvolle Einblicke in kindliche Erfahrungsräume. Das hilft ihnen Angebote gezielter zu planen und Defizite, wie etwa fehlende Spiel- und Bewegungsflächen, zu identifizieren.  

Methodisches Vorgehen 

In der Regel erfolgt die Erstellung eines Kinderstadtteilplans in einem mehrstufigen Prozess, indem die Beteiligung der Kinder im Mittelpunkt steht. Zu Beginn bereiten Fachkräfte aus Schulen, Jugendzentren, der Stadtverwaltung oder dem Quartiersmanagement den Prozess vor. Anschließend werden Kinder in verschiedenen Formaten, wie beispielsweise Workshops, Ferienprojekten oder Unterrichtseinheiten zu Stadtteilforscher*innen. Sie erkunden ihren Stadtteil, identifizieren für sie wichtige Orte und machen diese sichtbar.  

Oft sind die Kinder im nächsten Schritt auch in die Gestaltung der Karte eingebunden: Sie wählen Symbole und Farben oder gestalten Illustrationen sogar selbst mit. Dieses Mitwirken stärkt die Identifikation mit dem Endprodukt und sichert die kindgerechte Darstellung der Inhalte. Nach der Fertigstellung wird der Plan gedruckt oder digital veröffentlicht und kostenlos in Schulen, Bibliotheken, Jugendclubs und Familienzentren verteilt. Damit wird er zu einem niedrigschwelligen Informationsmedium und gleichzeitig zu einem dauerhaften Ergebnis von Kinderbeteiligung. 

 

Ein Beispiel, wie ein Kinderstadtteilplan aussehen kann, kommt aus der Kinderfreundlichen Kommune Potsdam 

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