In vielen Städten und Gemeinden wird es für Kinder und Jugendliche zunehmend schwieriger, sich frei im öffentlichen Raum zu bewegen, zu spielen und ihre Umgebung selbstständig zu erkunden. Gründe dafür sind unter anderem die Zunahme des Straßenverkehrs und der Verlust von Grün- und Freiflächen. Aus diesem Grund werden kinder- und jugendgerechte Planungen immer wichtiger. Eine Methode, die diesen Herausforderungen begegnet, ist die Spielleitplanung. 

Was ist Spielleitplanung? 

Die Spielleitplanung ist ein freiwilliges integratives kommunales Planungsinstrument. Es ist bundesweit nicht verpflichtend vorgeschrieben, bietet aber einen klaren Mehrwert: Sie sorgt dafür, dass die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen systematisch in die Stadtplanung integriert wird. Gleichzeitig schafft sie eine verbindliche Orientierung für Politik und Verwaltung und fördert die Zusammenarbeit verschiedener Akteur*innen in der Kommune. 

Dadurch werden Städte und Gemeinden kinder- und jugendfreundlicher, da der öffentliche Raum als Erlebnis-, Spiel- und Erfahrungsraum begriffen wird. Durch die enge Einbindung von Kindern und Jugendlichen sowie die systematische Erfassung, Bewertung und Entwicklung von Freiräumen entsteht eine nachhaltige Planung, die den Bedürfnissen der Jüngsten Rechnung trägt und damit die Lebensqualität für alle erhöht. 

Im Gegensatz zu klassischen Planungsinstrumenten liegt der Fokus nicht nur auf baulichen Maßnahmen, sondern auch auf der Beteiligung der Kinder und Jugendlichen selbst. Sie werden als Expert*innen für ihre Lebenswelten einbezogen, sodass ihre Perspektiven aktiv in alle Planungsstufen einfließen. 

Ziele der Spielleitplanung 

Die Spielleitplanung möchte die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen in der Stadt erhöhen. Dazu sollen bestehende Spiel- und Aufenthaltsflächen gesichert, weiterentwickelt oder neu geschaffen werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Vernetzung von Straßen, Wegen und öffentlichen Räumen, die als wichtige Elemente des Alltagsraums dienen. Darüber hinaus definiert sie langfristige Qualitätsziele, die als Orientierung für eine nachhaltige Stadtentwicklung dienen und sicherstellen, dass die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen dauerhaft in die kommunale Planung einfließen. 

Beteiligung und Kooperation 

Ein zentrales Merkmal der Spielleitplanung ist die aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Als Expert*innen ihrer eigenen Lebenswelt bringen sie ihre Perspektive ein. Bei sogenannten Streifzügen erkunden sie die Stadt und zeigen Orte, die sie besonders nutzen oder meiden. Neben den Kindern und Jugendlichen werden auch Bürger*innen, Vereine, Initiativen, Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit in den Planungsprozess einbezogen. Durch diese Zusammenarbeit entsteht ein kooperatives Netzwerk aus Verwaltung, Politik und lokalen Akteur*innen, das dafür sorgt, dass die Perspektiven der Jüngsten in allen Planungsentscheidungen berücksichtigt werden. 

Die Methode im Detail: Planungsstufen der Spielleitplanung 

Die Spielleitplanung folgt einem strukturierten Vorgehen, das sich in drei wesentliche Planungsstufen gliedern lässt:

1. Bestandserhebung 

Kinder und Jugendliche erkunden ihre Umgebung auf Streifzügen und zeigen Orte, die sie gern nutzen oder meiden. Planende erstellen daraufhin thematische Bestandspläne, die Alltagswege, Rückzugsräume, Spielorte und Treffpunkte dokumentieren. 

2. Erhebung von Potenzialen 

Mit Hilfe der Bestandspläne werden Potenziale für neue oder verbesserte Spiel- und Aufenthaltsräume identifiziert. Dabei werden auch die Vernetzungsmöglichkeiten zwischen den bestehenden Flächen und Wegen untersucht.

3. Entwicklung von Maßnahmen und Vorhaben 

Aufbauend auf den Bestandsplänen und Potenzialanalysen werden konkrete Maßnahmen wie etwa die Aufwertung bestehender Plätze, die Schaffung neuer Spielflächen oder die Sicherung von Wegenetzen., entwickelt. Gleichzeitig wird eine Qualitätszielkonzeption erstellt, die als langfristiger Orientierungsrahmen für die kommunale Entwicklung dient. 

 

Weitere Informationen sowie eine Broschüre sind hier zu finden. 

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