Zum Weltspieltagsmotto "Spielen verbindet – auch digital!" schlagen wir folgende Projektideen vor:

Analoges Gaming

Bei dieser Aktion verwandeln Kinder gemeinsam ein digitales Spiel in ein analoges Ereignis.  

Im ersten Schritt wählt die Gruppe gemeinsam ein digitales Spiel aus, das alle kennen und mögen. Nun werden die Kinder zu Spieldesigner*innen. Sie stellen sich dafür folgende Fragen: 

  • Welche Regeln hat das digitale Spiel? Welche können und sollten übernommen werden, sodass auch alle mitmachen können?
  • Was brauchen wir (Materialien, Räume, Requisiten)? 
  • Wie gestalten wir den Raum? 
  • Wer übernimmt welche Rolle?  

Dabei ist der Fantasie keinen Grenzen gesetzt. Die Kinder entscheiden selbst, was übernommen, verändert oder weggelassen wird. Dadurch kann das Spiel auch flexibel an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst werden. 

Anschließend beginnt der Aufbau des Spiels, es wird gebaut, gebastelt und vorbereitet. So entstehen zum Beispiel bei Jump-and-Run-Spielen ein Hindernisparcours oder Kostüme bei Rollenspielen. Nun geht es ans Spielen. Dabei können die Regeln jederzeit angepasst werden. Am Ende kommen alle Kinder noch einmal zusammen und tauschen sich darüber aus, was gut funktioniert hat und was weniger gut. Gemeinsam kann auch reflektiert werden, welche Unterschiede sie zum digitalen „Original“-Spiel feststellen konnten. (Analoges Gaming - Spieleratgeber NRW)

Digitale Spiele auf Barrierefreiheit (-armut) testen

Diese Aktion widmet sich der Frage: Können wirklich alle mitspielen? Die Kinder untersuchen gemeinsam, ob ein digitales Spiel für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zugänglich ist. Die Kinder entscheiden selbst, welches Spiel sie testen wollen. Es empfiehlt sich jedoch ein Spiel zu wählen, dass die Mehrheit der Kinder bereits kennt, da so Barrieren leichter erkannt und eingeordnet werden können.  

Zum Einstieg sollte besprochen werden, was Barrierefreiheit /-armut bedeutet. Dabei können die Kinder sich anhand von vier Testbereichen – Sehen, Hören, Verstehen und Steuern – zu dem Thema austauschen. Dabei können diese Leitfragen helfen: 

  • Sehen: Muss man gut sehen können, um das Spiel zu spielen?
  • Hören: Kann ich das Spiel auch spielen, wenn ich nicht hören kann?
  • Verstehen: Wie komplex sind die Regeln und Anweisungen? 
  • Steuern: Können Menschen mit motorischen Einschränkungen das Spiel spielen? 

Anschließend teilen sie sich in vier Gruppen ein, die das Spiel auf einen der Testbereiche untersuchen. Sobald eine Barriere entdeckt wird, wird das Spiel pausiert und es wird besprochen, was genau die Barriere ist, wen sie ausschließen könnte und was verändert werden muss, um die Barriere abzubauen.  

Nach dem Testen kommen alle zusammen. Anhand der Bereiche diskutieren die Kinder ihre Beobachtungen. Anschließend bewerten sie gemeinsam die vier Bereiche, beispielsweise mit einem Sternesystem. (Landesarbeitsgemeinschaft Lokale Medienarbeit NRW - Gaming 2025)

Spiele selbst programmieren

Bei dieser Aktion schlüpfen die Kinder in die Rolle von Game-Designer*innen. Sie entwickeln eigene Spielideen und setzen diese mithilfe einfacher digitaler Tools um.  

Zu Beginn tauscht sich die ganze Gruppe darüber aus, was sie an den Games besonders mögen. Dabei können diese Fragen helfen: 

  • Welches Spiel spielst du am liebsten und warum?
  • Was macht dir besonders Spaß an Games? 

Anschließend entwickeln die Kinder in Kleingruppen ihr eigenes Spielkonzept. Dann wird die Spielidee anhand einfacher (kostenloser) Tools umgesetzt. Das Tool sollte je nach Alter, Erfahrung und Ideen ausgewählt werden.  

Am Ende kommen alle zusammen, probieren die einzelnen Spiele und tauschen sich darüber aus, was ihnen besonders Spaß gemacht hat und was schwieriger war als gedacht. (unsere Schule - Scratch im Unterricht)

Emotionen und Handeln im Spiel

Bei dieser Aktionsidee können die Kinder durch ein digitales Spiel ihre eigenen Emotionen und moralisches Handeln reflektieren und sich ethisch-moralischen Fragestellungen nähern. Hier bieten sich Spiele an, bei den es sich um Rollen- oder Teamspiele handelt.  

Werden schwierige Themen wie etwa Flucht, Krieg oder Sucht im Rahmen des Games behandelt, ist ein thematischer Einstieg durch die Fachkräfte unbedingt vorab vorzunehmen. Wenn Kinder von einzelnen Themen selbst betroffen sein könnten, muss abgewogen werden, ob sich das Thema für die Aktionsidee eignet. 

Die Kinder spielen das Spiel selbst, anschließend wird in der Gruppe reflektiert. Dabei werden das eigene Handeln und die Emotionen, die man dabei verspürt hat, besprochen. Hierbei kann unter anderem ergründet werden, welche Motive im Spiel welche Emotionen auslösen und inwiefern sich das moralische Handeln im Spiel von dem in der analogen Welt unterscheidet. Dafür können konkrete Erfahrungen oder Situationen herangezogen werden, die die Kinder im Spiel gemacht haben. Das Spiel kann auch als Anlass genommen werden, um über die behandelten Themen zu sprechen. (TH Köln - Beispiele aus dem Projekt "Ethik und Games")

USK-Alterskennzeichen und Games

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) vergibt Alterskennzeichen als Orientierungshilfe dafür, ab welchem Alter ein digitales Spiel aus Sicht des Jugendschutzes unbedenklich ist.  

Für diese Aktionsidee simulieren die Kinder eine USK-Sitzung. Zunächst überlegen sie gemeinsam, welche Kriterien aus ihrer Sicht für die jeweiligen Alterskennzeichen relevant sind (z.B. Gewaltdarstellungen, Alkohol, Schimpfwörter oder In-Game-Käufe). Im Anschluss werden diese mit denen der USK abgeglichen und darüber diskutiert.  

Danach werden den Kindern in Kleingruppen Ausschnitte aus Spielen gezeigt. Die Kinder sollen diese nun auf Grundlage des Besprochenen einer Altersfreigabe zuordnen. Anschließend präsentieren die Kleingruppen ihre Ergebnisse in der großen Gruppe und diskutieren erneut. (Spielratgeber NRW - USK-Sitzung simulieren)

Wie sieht deine perfekte Stadt aus?

Wie würde eine Stadt aussehen, wenn Kinder sie planen dürften? Bei dieser Aktion schlüpfen die Kinder in die Rolle von Stadtplaner*innen und gestalten digital ihre Traumstadt.  

Zu Beginn wird gemeinsam besprochen, was eine Stadt braucht und was sie sich die Kinder für ihre Umgebung wünschen: mehr Parks, größere Spielplätze, weniger Autos? Dann geht es direkt an das gemeinsame Umsetzen und Ausprobieren in einem digitalen Stadtbau-Spiel. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Die Kinder bauen entweder eine völlig neue Stadt oder sie nehmen das Modell einer existierenden Stadt als Vorlage und gestalten sie nach ihren Vorstellungen um. 

Die Kinder können dabei in der gesamten Gruppe oder in Kleingruppen an einer Stadt bauen. Letzteres hat den Vorteil, dass verschiedene Versionen einer Stadt entstehen, die sich gut miteinander vergleichen und diskutieren lassen. Bei allen Varianten erleben die Kinder spielerisch, was eine lebenswerte und kinderfreundliche Stadt ausmacht und welche Konsequenzen unterschiedliche Entscheidungen haben können. 

Haben die Kinder ihr eigenes Umfeld gestaltet, können sie im Anschluss überlegen, welche ihrer Ideen sie vielleicht sogar der Stadtverwaltung oder dem Grünflächenamt vorstellen möchten - oder sie präsentieren ihre Traumstadt komplett. (Friedrich Verlag - Die Stadt der Zukunft)

Ein Beispiel dafür, wie dieses Projekt als Beteiligungsmethode in der Stadtplanung genutzt werden kann, ist hier zu finden: COTT Blaupause 

Digitale Schnitzeljagd

Bei der digitalen Schnitzeljagd erkunden die Kinder ihre unmittelbare Umgebung und lösen unterwegs spannende Aufgaben. Manche Apps bieten bereits fertige Schnitzeljagden für bestimmte Orte an. Gibt es keine passende, bereiten die Begleitpersonen die Schnitzeljagd vor. Dafür legen sie die Route und ein Thema, wie beispielsweise die Geschichte der Stadt oder Nachhaltigkeit, fest. Wenn eine App genutzt wird, kann die Schnitzeljagd direkt in dieser angelegt werden. Wird keine genutzt, können QR-Codes an den verschiedenen Stationen ausgehangen werden, die zu Rätseln oder Aufgaben führen. Als Aufgabenformate eignen sich Multiple-Choice-Fragen, Schätzaufgaben oder die Aufforderung, ein bestimmtes Objekt zu fotografieren, so bleibt es abwechslungsreich.  

Die Kinder werden in kleine Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe erhält ein Gerät für die Schnitzeljagd. Wenn alle Gruppen im Ziel angekommen sind, werden die Ergebnisse gemeinsam angeschaut und natürlich der Schatz verteilt.  

Ein tolles Beispiel aus Berlin-Spandau kann hier angesehen werden: Spandau bewegt sich - Digitale Schnitzeljagd 

Weitere spannende und tolle Aktionsideen sind hier zu finden: 

Methoden - Spieleratgeber NRW 

Datenbank: Digitale Spielewelten 

Datenbank: Digitale Spiele mit pädagogischem Potential 

TH Köln - Beispiele aus dem Projekt "Ethik und Games" 

Wir verwenden Cookies

Wir verwenden auf unserer Website Cookies und externe Dienste. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzungserfahrung zu verbessern.

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen. Informationen zu den verwendeten Diensten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.