Wir fordern mehr Bewegung in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. In keinem anderen Lebensabschnitt spielen Bewegung, Spiel und Sport eine derart große Rolle wie in der Kindheit. Kinder nehmen ihre Lebenswelt über Bewegung auf, erfahren, erforschen und erobern sie mit Hilfe ihres Körpers und ihrer Sinne. Außerdem fördern Bewegung, Spiel und Sport die motorischen, geistigen, emotionalen und sozialen Kompetenzen und haben damit Auswirkungen auf die gesamte Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und sind damit grundlegende Bausteine des gesunden Aufwachsens.  

Aktuelle Studien bestätigen wiederholt, dass die Alltagsaktivität von Kindern und Jugendlichen abgenommen hat. Die von der WHO empfohlenen täglichen Bewegungsziele werden von Kindern und Jugendlichen kaum noch erreicht. Kinder aus finanziell schwachen Familien sind besonders von Bewegungsarmut betroffen. Die Pandemie hat den bereits vorher herrschenden Mangel verstärkt. 

Es besteht Handlungsbedarf!  
Mehr denn je sind Bewegung in die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen zu bringen und ihre Bewegungsmöglichkeiten auszubauen. 

Gemeinsam fordern wir daher alle relevanten Akteur*innen und Entscheidungsträger*innen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene auf, mehr Bewegung in die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen zu bringen und dafür: 

  • Bewegungsfreundliche Kommunen zu stärken 

 z.B. durchwohnortnahe Spiel- und Sportgelegenheiten, Verkehrssicherheit, verbindliche Rahmenplanung; 

  • Bewegungsfreundliche Kitas auszubauen

 z.B. durch Bewegung als pädagogisches Grundprinzip und Qualitätsstandard, ausreichend Platz im Innen- und Außenbereich, Kooperationen mit Sportvereinen; 

  • Bewegungsfreundliche Schulen zu gestalten 

z.B. durchbewegten Unterricht und bewegte Pausen, anregenden Außenraum, bewegungsfreundliches Ganztagskonzept, Kooperationen mit Sportvereinen; 

  • Eltern bei ihrem Bewegungsauftrag zu unterstützen 

z.B. durchKursangebote,Anreize über Prämiensysteme der Krankenkassen; 

  • Den gemeinnützigen, organisierten Kinder- und Jugendsport zu beteiligen und zu unterstützen 

Indem z. B. Sportvereine in ihrer Rolle als Bildungsakteure in kommunalen Netzwerken gestärkt werden und der Zugang zu ihnen erleichtert wird; 

  • Außerschulische Lernorte zu stärken 

Indem z. B. Kinder- und Jugendfarmen strukturell verankert und Kooperationen im Ganztag erleichtert werden; 

  • Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen einzuplanen

z.B. durch die Einrichtung von Kinder- und Jugendgremien und eine beteiligungsorientierte Freiraumplanung. 

Neben diesen grundlegenden Forderungen müssen mit Blick auf die pandemiebedingte Sportpause und die damit verbundenen Folgen die aktuellen Einschränkungen von Bewegung, Spiel und Sport unter Berücksichtigung notwendiger Hygieneregeln schnellstmöglich aufgehoben und der Zugang mit Unterstützung aller Entscheidungsträger*innen umgehend und bedingungslos ermöglicht werden. Bewegung, Spiel und Sport sind Teil der Lösung im Kampf gegen Corona und unersetzbar für die mentale und körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.  

Das Deutsche Kinderhilfswerk und die Deutsche Sportjugend rufen Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Sport, Gesundheits- und Bildungswesen, Kinder- und Jugendhilfe, Zivilgesellschaft u.a. dazu auf, aktiv zu werden, die Forderungen zu unterstützen und die Umsetzung voranzutreiben. Nur gesamtgesellschaftlich und fachübergreifend, mit Unterstützung aller Lebensweltverantwortlichen, kann dem Bewegungsmangel der Kinder und Jugendlichen entgegengewirkt und ein bewegungsfreundliches Land mit vielen Angeboten rund um Bewegung, Spiel und Sport Selbstverständlichkeit werden. 

Weiterführende Informationen gibt es im ausführlichen Forderungspapier. 

Zu den Ergebnissen der Umfrage kommen Sie hier.

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