Spiel und Bewegung

Spiel und Bewegung sind existenziell für ein gesundes Aufwachsen und grundlegende Lern- und Bildungsprozesse. Beim bewegten Spiel sammeln Kinder vielfältige Erfahrungen. Durch diese lernen sie, in bestimmten Situationen schnell und individuell reagieren zu können. Bewegung ist dabei weit mehr als Sport, sie ist ein Grundbedürfnis und Motor einer körperlichen und geistigen Entwicklung. Hüpfen, Rennen, Klettern, Schaukeln und Toben – durch all das gelangen Kinder zu Bewegungssicherheit, Selbstständigkeit und räumlichen Kompetenzen.

Doch laut aktueller Umfragen bewegen sich die Kinder in Deutschland viel zu wenig. Im „Bewegungszeugnis Deutschland“ gab es jeweils eine Note 4- für „Körperliche Aktivität insgesamt“, für „Aktives Spielen“ und für „Sitzendes Verhalten“. Laut der KiGGS Studie des Robert Koch Instituts erfüllen über 70 Prozent der Kinder nicht die von der WHO empfohlene Mindestanforderungen von täglich einer Stunde mäßiger bis intensiver Bewegung, obwohl diese bereits als zu gering angesehen werden. Die nationalen Bewegungsempfehlungen von 2014 gehen sogar weit über diese Werte hinaus: je nach Alter werden bis zu 180 Minuten Bewegung/ Tag empfohlen. Die Folgen sind vielfältig: Adipositas, Haltungsschäden, motorische Defizite, Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsstörungen sowie körperliches und seelisches Unwohlsein.

Zur Sicherstellung einer ausreichenden Bewegungsförderung für Kinder sind hier neben den Schulen und Sportvereinen insbesondere die Familien gefragt. Besonders sie können versuchen, den alltäglichen Bewegungsmangel durch das Sitzen in der Schule und vor dem Computer auszugleichen. Am besten mit der Förderung von spielerischen Bewegungsmaßnahmen im Freien und in der Natur.

Gerade jetzt, in Zeiten von geschlossenen Schulen und Kindergärten sowie eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten, ist es insbesondere wichtig, dass innerhalb der Familie für ausreichende Bewegung der Kinder gesorgt wird.

Eine Auswahl an Artikeln, Präsentationen und Hinweisen zu diesem Thema haben wir hier für Sie zu­sam­men­gestellt.

Hier können Sie aktuelle Zeitungsartikel zum Thema Recht auf Spiel nachlesen.

Mobil und entdeckungsfreudig … Das sind Wesensmerkmale von Kindern. Langes Stillsitzen hingegen ist für Kinder eine Strafe. Prof. Dr. Renate Zimmer ist Direktorin des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) und leitet unter Anderem das Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Osnabrück. In diesem Interview erklärt sie, warum ausreichende Bewegung für Kinder so wichtig ist.

Das Interview finden Sie hier.

Dr. Dieter Breithecker leitet die Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e.V. und ist Vorstandsmitglied des Forums "Gesunder Rücken - besser leben e.V." In diesem Artikel befasst er sich mit dem Stellenwert von Bewegung und gesunder körperlichen Entwicklung im Kindesalter.

Diesen Artikel finden Sie hier.

Lernen Kinder, die mit dem Auto zur Schule gefahren werden, wie man sich im Straßenverkehr verhält? Was wissen Kinder, deren Klettergerüste mit Fallschutzmatten unterlegt sind, über die Härte des Erdbodens? Brauchen Kinder Risikokompetenz und wenn ja, wie lernt man den Umgang mit dem Risiko am Besten?

Bei der Bewegungsbaustelle bauen Kinder selbst und gestalten sich ihre eigene Spielwelt. Das erfordert logisches Denken, kommunikatives Miteinander, Kreativität und Motorik. Alles wichtige Lernprozesse, die beide Hirnhälften und viele Sinne gleichzeitig anregen.

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